Abgeordnete fordern schriftlich: Alle Sitzungen sollen in Brüssel stattfinden!
Nach dem teilweisen Einsturz der Decke des Straßburger Plenarsaals Anfang August 2008 hielten die Abgeordneten des Europäischen Parlaments auch die zweite Plenarsitzung in September in Brüssel ab. Alexander Alvaro, innenpolitischer Sprecher der FDP im Europäischen Parlament und mit ihm die Liberalen setzen sich seit langem dafür ein, dass das EU-Parlament nur noch an einem Ort tagt und der monatliche "Wanderzirkus" entfällt. Am 23. September rief Alexander Alvaro die Abgeordneten des Europäischen Parlaments auf, die Schriftliche Erklärung 75/2008 zu unterschreiben, in der die Verlegung aller Plenarsitzungen des Parlaments von Straßburg nach Brüssel gefordert wird.
Um den historischen Anlass der ersten vollen Plenarsitzung in Brüssel zu würdigen, hatten Abgeordnete der Kampagne für eine Parlamentsreform (CPR), deren Präsident Alvaro ist, Bauhelme verteilt und ihren Kollegen am 1. September zum Auftakt der Plenarsitzung Kuchen überreicht. Die CPR setzt sich dafür ein, dass die Abgeordneten selbst über den Arbeitsort des Parlaments entscheiden dürfen.
"Ich freue mich, dass sich die Kollegen schnell an den Umstand gewöhnt haben, in Brüssel zu tagen. Besonders wichtig bleibt jedoch, dass die Parlamentsverwaltung alle Teile der vom Parlament genutzten Gebäude regelmäßig überprüft und vor allem in transparenter Weise über weitere Mängel und zu erwartende Kosten aufklärt", erklärte Alvaro.
Um das Thema in die Öffentlichkeit zu bringen und eine möglichst breite Diskussion anzuregen, konnten die Abgeordneten auch auf einer überdimensionierten Papp-Erklärung unterschreiben, um ihrem Willen, ausschließlich in Brüssel zu tagen, Ausdruck zu verleihen. In der ersten Stunde nahmen bereits über 60 Abgeordnete diese Möglichkeit wahr.
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